Rückblick: Konferenz, Workshop, Networking organisiert von Smartnet Energy

Rückblick: Konferenz, Workshop, Networking organisiert von Smartnet Energy
Autorin: Nora Baumgartner, Smartnet Energy

Die erste Konferenz – Workshop – Networkingveranstaltung von Smartnet Energy war ein voller Erfolg! Knapp 40 Unternehmen, Verbände und Institute kamen zusammen, um open Data Formate und Best Practice Beispiele zu diskutieren und dem Ganzen politische Relevanz zu verleihen. Das Ergebnis in aller Kürze:

  • Förderfähigkeit von Lastmanagement und Netzdienlichkeit wurden auf die politische Agenda gerückt
  • Kooperationen für neue Pilotprojekte wurden angestoßen
  • Die Initiative „offene Energieverbrauchsdaten als Einsparhinweis“ wurde ins Leben gerufen
  • Erste Ergebnisse in Bezug auf Datenformate im Einsparzähler wurden erarbeitet

Die Beiträge waren dabei vielfältig. Wissenschaftliche Institute boten Ihre Unterstützung in der Verwertung und Nutzbarmachung von Unternehmen generierten Daten an, Unternehmen stellten ihre innovativen Produkte, Dienstleistungen und neue Pilotprojekte vor, suchten nach Kooperationsmöglichkeiten und zeigten auf, welche Geschäftsmodelle basierend auf Energiedaten realisiert werden können.

Workshop Open Data – Mehrwert von Energieverbrauchsdaten für die Wissenschaft

Der Workshop befasste sich mit der Frage, welche Formate und Informationen open Data aufweisen muss, um für den Einsparzähler und daraüber hinaus einen Mehrwert darzustellen. Vorab-Input und Kooperationsangebote zur Erfüllung der open Source Komponente im Einsparzähler gab es von drei Instituten.

Das vom Forschungszentrum Jülich koordinierte und unter Beteiligung von der TU Berlin sowie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE) durchgeführte Projekt “Demand Regio” zielt darauf ab, ein einheitliches und transparentes Verfahren zur zeitlichen Auflösung und Regionalisierung vonEnerginachfragen zu erstellen. Im Projekt werden Skalierungsfaktoren und Energiebedarfskenngrößen auf Basis von verfügbaren Energiestatistiken entwickelt. Sie sollen eine räumliche Disaggregation sowie die Generierung aussagekräftiger Lastgänge ermöglichen. Diese lassen wiederum flächendeckende Analysen des Energieverbrauchs über verschiedene Wirtschaftszweige und Haushalte in hoher zeitlicher und regionaler Auflösung zu. 

Eine weitere Möglichkeit zur Kooperation bot das Reiner Lemoine Institut an, das im Rahmen des open-eGo Projekts die OpenEnergy Plattform entwickelt. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Über die OpenEnergy Plattform wird der Zugriff auf freie Datennutzung hergestellt und liefert den Nutzern zahlreiche Informations- und Austauschmöglichkeiten. Um die Plattform noch stärker auf den Adressatenkreis “Offene Energieverbrauchsdaten” zuzuschneiden, ist bis Anfang Dezember 2018 geplant, ein Konsortium mit Wirtschafts- und Forschungspartnern zu bilden und gemeinsam eine Projektskizze für ein neues Projekt zu erarbeiten.

Das dritte Institut im Bunde, das Virtuelle Institut “Smart Energy”, verfolgt das Ziel, digitale Geschäftsmodelle im energiewirtschaftlichen Innovationssystem zu entwickeln und fokussiert dabei auf Haushalte, Unternehmen und Energieversorgungsunternehmen. Im Vordergrund steht dabei die Nutzbarkeit und Nutzen neuer, digitaler und smarter Technologien für Energieeffizienz, Energie- und Lastmanagement in Uneternehmen, als auch Geschäftsmodelle basierend auf dem Energie-Nachfrageverhalten in Haushalten.

Ziel des Workshop war es, erste Ergebnisse zu Daten-Formaten für das Einsparzählerprogramm zu erzielen, Kooperationen zu stiften und nicht zuletzt Raum und Zeit für inhaltlichen Austausch zu geben.

In diesem Sinne wurde mit der Challenge "Innovationspartnerschaft Einsparzähler" in die Mittagspause eingeleitet. Diese wurde von der B.E.M Berliner Energiemanagement GmbH vorbereitet, die als Technologie-Anwender Partner zur Weiterentwicklung ihrer Angebote sucht. Dafür hat sie ein neues Vergabeverfahren „Innovationspartnerschaft“ gestartet. Ziel der Partnerschaft ist es, Energieeffizienzsysteme im Bereich Wärme und Strom auf Basis der in Einsparzähler-Pilotprojekten geförderten Technologien zu entwickeln.

Konzepte und Lösungen für digitale Energiesysteme und Energiedienstleistungen (dEDL)

Der zweite Teil der Konferenz “Wer mitmacht zählt!” beschäftigte sich mit konkreten Anwendungen und der Frage, wo steht der Markt? Sechs innovative Energieunternehmen präsentierten ihre digitalen Lösungen. Eingeleitet wurde dieser Teil mit einer Präsentation von Filip Milojkovic, Moderator des Netzwerks Smartnet Energy und Veranstalter dieses Events. Seine Key Message: Wir stellen Formate wie diese bereit, um Unternehmen in Ihren Bestrebungen, innovative Projekte durchzuführen, zu unterstützen. Unsere Formate bringen Unternehmen und Ideen zusammen und ermöglichen zielführende Kooperationen.

Im Anschluss hielt Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft der Grünen Bundestagsfraktion eine Keynote mit dem Thema Energiemarktdesign im digitalen Zeitalter. Ihre Forderung: Es bedarf klarer Preissignale und einer Reform des Abgaben- und Umlagensystems. In Bezug auf den Smart Meter Rollout stellte sie klar, dass Datenschutz wichtig sei. Allerdings gehe es hier um das richtige Maß und forderte daher mehr Datensouveränität, auch um mehr Anwendungsmöglichkeiten für den Endkunden zu ermöglichen.

An das Thema Datenschutz anknüpfend stellte Julian Asmus Nebel von GÖRG Rechtsanwälte in einem Interview, das von Kai Schinck von der DENEFF geführt wurde dar, was personenbezogene Daten sind, welche Relevanz sie für den Einsparzähler haben und worauf Unternehmen mit ihren Pilotprojekten achten müssen. Die DS-GVO spielt demnach insbesondere eine Rolle, wenn Projekte in Haushalten durchgeführt werden. Eine Einwilligungserklärung stellt dabei die Voraussetzung für die Nutzung dieser Daten dar.

Sechs Vorreiter präsentierten in zwei Sessions ihre digitalen Energie-Lösungen

  1. ÖKOTEC Energiemanagement GmbH: Die ÖKOTEC GmbH hat sich auf die Reduzierung von Energieverbräuchen spezialisiert. Seit 2016 besteht eine Partnerschaft mit Veolia Deutschland. Für Kunden entwickeln sie Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und setzen diese gemeinsam um. ÖKOTEC aggregiert alle relevanten Energiedaten in Kennzahlen, die in ihr Energieeffizienz-Controlling System EnEffCo® einfließen. Diese spiegeln das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen wider und geben eine Übersicht über alle energierelevanten Prozesse.
  1. Magis Consult GmH: Die Magis Consult ist als Ausgründung aus der RWTH Aachen entstanden und wurde 2015 als eigenständige Firma gegründet. Ihre TOP-Energy® Simulationssoftware kann zur Erst-Analyse, Simulation, Optimierung und Wirtschaftlichkeitsbewertung von dezentralen Energiesystemen für Medien wie Strom, Wärme, Kälte, Dampf und Druckluft eingesetzt werden.
  1. Homepulse SAS: Das junge französische Unternehmen Homepulse stellt Algorithmen und eine IT-Plattform zur Echtzeitanalyse von Sensordaten bereit. Dadurch werden Echtzeit Benachrichtigungen, wie Alert-Funktionen ermöglicht. NILM spielt dabei eine entscheidene Rolle.
  1. Fresh Energy GmbH: Das junge Unternehmen Fresh Energy nutzt neue Technologien und digitale Energieservices, um ihren Kunden beim Energiesparen zu helfen. Dies erfolgt in Kombination mit der Versorgung durch 100 Prozent Ökostrom und dem Einbau von Smart Metern sowie Echtzeitzugriff auf das Energieverbrauchsprofil der Kunden via Smartphone-App. Das Unternehmen setzt dazu auf eine enge Kooperation mit der Discovergy GmbH.
  1. GreenPocket GmbH: Der Newcomer GreenPocket hat sich auf Smart Meter und Smart Home Software-Lösungen spezialisiert, um Energie auf bequeme und in verantwortungsvoller Weise zu verwenden. Über ihrer flexiblen, modularen und skalierbaren Plattform können sie komplexe Energiedaten für unterschiedliche Anwendungen nutzen.
  1. Red Kilowatt GmbH: Die RED Kilowatt Energiemangement GmbH ist als mittelständisches Unternehmen auf die Entwicklung dezentraler Energieprojekte sowie der Implementierung von Energiemanagementsystemen für Gewerbe- und Industrieunternehmen sowie kommunale Liegenschaften spezialisiert. Mit ihren intelligenten Mess- und Managementsystemen können CO2-Emissionen nachhaltig reduziert werden. Ihre ClimaCloud®-Systemlösung erfüllt die Anforderungen der Digitalisierung der Energiewende im Gebäude-und Energiemanagement.

Fazit

Über Partnerschaften können Ressourcen besser genutzt werden und es ergibt sich ein breites Kompetenzprofil. All das dient der Aufgabe, digitale Technologien für Mehrwertdienste und Energiedienstleistungen fruchtbar zu machen, um auf dem Wege Energieeffizienz und die Transformation des Energiesystems hin zu einem erneuerbaren zu befördern. Das ESZ-Förderprogramm bringt hierzu technologische Innovationen auf den Weg, die Energieverbräuche transparent und steuerbar machen.

Mit Einsatz von digitalen Tools, Software und Algorithmen werden auf diese Art Einsparpotenziale ermittelt und adressiert. Auf sie kann künftig, beispielsweise durch Verwendung smarter automatisierter Steuerungstools reagiert werden. Bei der Entwicklung dieser Tools hilft der freie Zugang zu einer breiten fundierten Datenbasis. Diese kann über Open Data generiert werden.

Hier finden Sie alle Präsentationen:

TU - DemandRegio

Reiner lemoine - Open Energy Plattform

WWU Münster - VISE

B.E.M. - Innovationspartnerschaft Einsparzähler

ÖKOTEC EnEffCo - Digitale Plafform für Energiedienstleistungen

Magis Consult - Energiesystemoptimierung

HOMEPULSE - Algorithmen und IT Plattform zur Echtzeitanalyse

Fresh Energy - von kWh zu Kilobytes

GreenPocket - Mehrwert und Use Cases

REDKilowatt - ClimaCloud

DENEFF - Policy Shouts